Was der Apostel Paulus im zweiten Brief an die Korinther schreibt, trifft heute für die Situation der Christen zu, in deren Heimat es keine oder eine stark eingeschränkte Religionsfreiheit gibt: “…in allem erweisen wir uns als Gottes Diener: durch große Standhaftigkeit, in Bedrängnis, in Not, in Angst, unter Schlägen, in Gefängnissen,…wir gelten als Betrüger und sind doch wahrhaftig; wir werden verkannt und doch anerkannt; wir sind wie Sterbende und seht: wir leben; wir werden gezüchtigt und doch nicht getötet (Anmerkung: aber etliche werden heute auch getötet); uns wird Leid zugefügt und doch sind wir jederzeit fröhlich; wir sind arm und machen doch viele reich; wir haben nichts und haben doch alles.” Vergl. 2 Korinther 6,4-10.
Nehmen wir die Situation in Nordkorea, einem Land, in dem die Religionsfreiheit nur auf dem Papier steht: Bis zu 70.000 Christen werden in über 30 Arbeits- und Straflagern gefangen gehalten. Aktuell wurde eine 33-jährige Mutter von drei Kindern wegen Bibelverteilung öffentlich hingerichtet. Ihr Ehemann, ihre Kinder und Eltern, wurden anschließend in ein Straflager abtransportiert. Offiziell wurde die Frau beschuldigt, “für Südkorea und die Vereinigten Staaten spioniert zu haben”.
Nehmen wir die Situation in der Türkei, einem Land, das in die Europäische Union will, aber eine Heidenangst vor christlicher Mission hat. Aktuell hat ein muslimischer Türke einen jungen Christen in Istanbul auf offener Straße als Geisel genommen, ihn beschimpft und mit dem Tode bedroht. - Bekannterweiser wurden bereits katholische Priester umgebracht, ebenso wie die drei Christen 2007 in Malatya.
Indien: Ein Unbekannter bat am 6. April 2009 Pfarrer Prabhu Dass aus dem Distrikt Karimnagar im Bundesstaat Andhra Pradesch um eine Bibel. Nachdem der Pfarrer der Bitte nachgekommen war, entpuppte sie sich als Falle: Der Unbekannte rief Hindu-Extremisten herbei, die den Pfarrer zum örtlichen Polizeirevier brachten. Dort wurde er wegen angeblicher „Zwangsbekehrung“ festgenommen. Quelle: CSI
Usbekistan. Die Behörden in der Hauptstadt Taschkent werfen den Baptisten Pavel Nenno und Olga Smirnova seit Anfang April 2009 vor, ohne staatliche Bewilligung Kinder zu unterrichten und religiöse Literatur zu besitzen. Rund 90 Prozent der Bevölkerung sind Muslime und acht Prozent russisch-orthodoxe Christen. Andere Glaubensrichtungen werden nicht geduldet. Quelle: CSI
Vietnam. Im südvietnamesischen Banmethuot wurde im März 2009 eine evangelische Kirche von den Behörden zerstört. Anfang Mai 2009 bat die unter dem Vorsitz von Annette Walder stehende „Arbeitsgemeinschaft für Religionsfreiheit“ (AGR), die der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) angehört, Bundesrätin Micheline Calmy Rey, bei Vietnams Regierung gegen christenfeindliche Maßnahmen zu protestieren. Quelle: CSI
Heinz Josef Ernst