“Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark”

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Bei diesem Wort des Apostels Paulus wird mir immer bewußt, dass vor Gott nicht die eigene Leistung zählt, sondern die Hingabe und das Vertrauen in seine Führung. Nehmen wir dazu die Stelle im 1. Korintherbrief: „Das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Das ist für uns eine andere Logik, es ist die Logik unseres Herrn. In einem Brief schreibt die „kleine“ Therese von Lisieux: „Je schwächer man ist, ohne Wünsche, ohne Tugenden, um so eher ist man geeignet für das Wirken dieser verzehrenden und umwandelnden Liebe. …Den wirklich Armen im Geiste (siehe Jesu Seligpreisung) soll man nicht unter den großen Seelen suchen, sondern in der Niedrigkeit, im Nichts…Ah! Bleiben wir also weit weg von allem, was glänzt, lieben wir unsere Kleinheit, lieben wir es, nichts zu fühlen, dann werden wir arm sein im Geist, und Jesus kommt, um uns zu holen, soweit wir auch entfernt sein mögen, und wandelt uns um zu Flammen der Liebe…“ (Brief 197). Hierzu zwei Beispiele.

Beispiel 1: Über Cecilia Eusepi aus Italien, die als 18-jähriges Mädchen zu Beginn des 20. Jahrhunderts an Tuberkulose starb: „Cecilia hat in ihrem Leben nichts Aufsehenerregendes getan, keine großen Werke hinterlassen. Und doch steht ihr Seligsprechungsprozess kurz vor dem Abschluss, zahlreiche Gebetserhörungen sind auf ihre Fürsprache geschehen. Sie selbst stellte mit Verwunderung einmal folgende Frage: „Was konnte Jesus nur an mir finden, dass er mich so liebevoll umsorgte? Die einzige Antwort ist wohl: Meine absolute Schwachheit.“ Quelle Beispiel 1: Feuer & Licht Nr. 179/Juli 2010.

Beispiel 2: „Bei Menschen, die eine geistige Behinderung haben, haben Kleinheit und Schwachheit einen besonderen Stellenwert. In der äußeren Gebrochenheit und Unzulänglichkeit dieser Menschen wird das Wirken der Gnade Gottes in der Seele deutlich sichtbar. Zwischen der Seele und Gott gibt es keine direkten Hindernisse, die Öffnung zum Transzendenten, Übernatürlichen ist unmittelbarer. Immer wieder kann ich beobachten, dass beim Gebet dieser Menschen eine direkte und authentische Hinwendung zu Gott spürbar ist. Ihr Angewiesensein im täglichen Leben, ihr unbedingtes Vertrauen in die Hilfe anderer ebnet ihnen den direkten Weg in die Arme Gottes. Sie haben eine große Fähigkeit des Empfangens. Ist das nicht die Haltung des Kindes, von der Therese unermüdlich spricht? (Anmerkung: Natürlich spricht zuerst Jesus selbst: ‘Wenn ihr nicht das Reich Gottes in der Haltung eines Kindes empfangt, kommt ihr nicht hinein’). Alles aus der Hand Gottes empfangen, ganz auf ihn angewiesen sein, das ist die wahre Größe des Gotteskindes.“ Quelle Beispiel 2: „Therese“, 2.2010

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