“Morgen sind wir tot!”

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Im fünfzehnten Kapitel des ersten Korintherbriefes nimmt Paulus Stellung zur Auferstehung der Toten. Er wendet sich gegen diejenigen in Korinth, die behaupten, „eine Auferstehung von den Toten gibt es nicht“. In einer für ihn typischen Argumentationsweise führt er aus: „Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, ist auch Christus nicht auferweckt worden…ist aber Christus nicht auferweckt worden, ist euer Glaube unsinnig…“

„…wenn ich nach bloßer Menschenart in Ephesus mit wilden Tieren kämpfte, was bringt es mir für einen Nutzen? Wenn keine Toten erweckt werden, dann „laßt uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!“ (vgl. Jesaja 22,13; Lukas 12,19)

Der Kirchenvater Augustinus warnt die Christen, für die ein anderes, glückliches Leben nach dem Tod beginnen soll, davor, wie diejenigen zu denken und zu handeln, die keine Hoffnung haben, weil sie nicht an die Auferstehung glauben. Weil es aber sein kann, dass wir morgen tot sind, empfiehlt er zu fasten und zu beten. Dazu ergänzt er: Wenn ihr nicht fasten könnt, so bemüht euch umso mehr, den zu speisen, dessen gestillter Hunger auch die Vergebung erwirken kann. Damit meint er Jesus Christus, der beim jüngsten Gericht sagen wird: „Ich war hungrig, und ihr habt mir (nicht) zu essen gegeben…ich war im Gefängnis, und ihr habt mich (nicht) besucht…“ (vergl. Matthäus Kapitel 25). An anderen Stellen sagt Jesus sinngemäß: Verkauft alles, was ihr habt und gebt es den Armen. Sammelt euch keine Schätze hier – diese verrotten und haben keinen Bestand für die Ewigkeit. Oder mit anderen Worten: Setzt eure ganze Kraft und Energie für alle ein, die eure Hilfe brauchen, für die Armen, Bedrängten, Verfolgten, Gefolterten und Verachteten – denn morgen könnt ihr tot sein und habt sonst euer Heil verfehlt. – HJE

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Erkennen, was dem Frieden dient!

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Und als Jesus näher kam und die Stadt sah (Jerusalem), weinte er über sie und sprach: “Wenn auch du an diesem Tage erkannt hättest, was zu deinem Frieden ist! Nun aber ist es verborgen vor deinen Augen!“ (Lukas 19, 41-42).

Während man bei uns nach der Liquidierung Bin Ladens darüber moralisiert, ob es angemessen sei, sich über den Tod des Top-Terroristen zu freuen, dreht sich die Spirale von Gewalt und Gegengewalt weiter. Wie der Präsident der bischöflichen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden in Pakistan, Peter Jacob, gegenüber Radio Vatikan erklärte, fürchten sich die Christen vor der Rache der Taliban. Diese hatten kürzlich den Tod Bin Ladens mittels Selbstmord-Attentat auf ein Ausbildungszentrum  für Sicherheitskräfte gerächt. Es gab mindestens 80 Tote. Die Taliban setzten die pakistanischen Christen mit den US-amerikanischen Soldaten gleich.

Peter Jacob: „…Nun fragen wir uns alle, was die Konsequenzen dieser Tötung sein werden. Das weiß im Augenblick niemand. Wir wissen nur, dass die Anschläge der Taliban sich häufen werden. In dieser Hinsicht wird alles viel schlimmer.“

Jerusalem hatte die Zeit der Heimsuchung nicht erkannt, obwohl der Friedefürst in ihrer Mitte war. Er hatte sie gelehrt, die Feinde zu lieben, Gutes den Hassern zu tun und sie aufgefordert, vom „Auge um Auge“ und „Zahn um Zahn“ wegzukommen. Er gab eine prägnante Definition der Gewalt-Spirale und warnte: „Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen!“ Schließlich durchbrach er diese Spirale durch seinen (freiwilligen) Tod am Kreuz: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!“ – Wirkliche Nachfolger Jesu praktizieren diese Gewaltlosigkeit bis auf den heutigen Tag. Alle, die dies nicht getan haben, können sich nicht auf den Friedefürsten (Jesus) berufen.

Der Terror der Islamisten, der die Welt spätestens seit dem 11.09.2001 in Atem hält, wird von vielen als Mißbrauch des Islams angesehen. Aber Kenner den Korans und der islamischen Geschichte sagen, dass Gewalt und Terror durchaus Aspekte des Dschihad-Systems sind: Siehe Bücher wie „Islam und Terrorismus“, „Jesus und Mohammed“, „Das Dschihadsystem“, alle erschienen im Resch-Verlag.

Warum ist gerade Amerika die Zielscheibe des islamischen Terrors?

Mark A. Gabriel nennt dazu in seinem Buch „Islam und Terrorismus“ (siehe oben) folgende Gründe:

  • Amerika repräsentiert jene, die der Koran als „Völker des Buches“ bezeichnet – Christen und Juden
  • Amerika unterstützt Israel
  • Amerika ist die Quelle all dessen, was Muslime als böse betrachten – Pornografie, Alkohol, Rechte für Homosexuelle, böse Musik, böse Mode und böse Kultur
  • Amerika unterstützt das weltweite Christentum. Aus den USA kommen mehr Missionare als aus jedem anderen Land
  • Amerika ist ein Staat „aus dem Volk, von dem Volk und für das Volk“ und damit aus muslimischer Sicht ein heidnischer Staat, weil Allah das Haupt eines jeden Staatswesens sein muß

Es stellt sich immer wieder die Frage, wie ein Staatswesen wie das der Weltmacht USA angemessen reagieren sollte, ohne dass das christliche Fundament, die Botschaft des Friedefürsten verdunkelt oder unglaubwürdig wird.

Sicher hat George W. Bush durch sein eigenmächtiges Vorgehen beim Irakkrieg 2003 Schuld auf sich geladen und ist indirekt verantwortlich für die heutige Situation im Irak. Auch hier wurde das Vorgehen Amerikas als Angriff der Christen auf die Muslime angesehen. Wie kann es da gelingen, Muslimen die Friedensbotschaft Jesu Christi zu bezeugen?

Obwohl das amerikanische Dagegenhalten zur islamistischen Gewalt aus staats- und weltpolitischer Sicht gerechtfertigt werden könnte, so muß dennoch festgestellt werden, dass dies keinen Frieden schaffen wird. Aber, es wäre ungerecht, allein der USA die Schuld zuzuweisen. Denn die Wurzel der Gewalt liegt im Dschihadsystem, das die Weltislamisierung anstrebt. Selbst wenn alle Christen zum Islam konvertieren würden, gäbe es keinen Frieden. Schon immer haben sich die islamischen Strömungen untereinander (mehr oder minder) heftig bekämpft.

Die einzige Hoffnung ist, dass immer mehr Muslime Jesus Christus als den einzigen wahren Retter und Friedefürsten erkennen. – HJE

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Nicht nur siebenmal, sondern immer!

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Das heutige Tagesevangelium (Lukas 18,21-35) weist uns eindringlich auf die Notwendigkeit der Vergebung hin. Schon im Gebet des Herrn, dem ‚Vater unser‘, heißt es: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben“ (Mt 6,12). Also, ohne unseren eigenen Akt der Vergebung, können wir auch von Gott keine Vergebung erwarten. Viele unserer Zeitgenossen denken: „Dieses eine Mal vergebe ich ihr/ihm noch, aber dann…“ – Der Apostel Petrus war da schon weiter, denn er vermutete, siebenmal vergeben zu müssen. Jesus antwortete: „Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal“, was im Klartext heißt: Immer! – Wie soll das möglich sein? Ist das nicht eine totale Überforderung? Jesus stellt die Aussage im ersten Buch Mose (Genesis 4,24) völlig auf den Kopf. Dort heißt es: Wird Kain siebenmal gerächt, dann Lamech siebenundsiebzigmal. Vor Jesus hatte schon das Gesetz des Mose dieser maßlosen Vergeltung Einhalt geboten, in dem das Prinzip des ‚Auge um Auge‘ eingeführt wurde. Dieses wird allerdings auch heute noch falsch verstanden: Denn die ‚Eins-zu Eins-Vergeltung‘ sollte kein Muß sein, sondern nur ein zugebilligtes Maximum. Solche Art von Gerechtigkeit reicht nach Jesu Lehre nicht aus: „Wenn eure Gerechtigtkeit nicht viel größer ist…könnt ihr nicht in das Reich Gottes kommen.“ – Also immer vergeben? Menschlich gesehen ist das unmöglich. Es gelingt im Blick auf den gekreuzigten Heiland Jesus Christus, der beten konnte: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!“. Es gelingt auch, wenn wir bedenken, wie oft wir selbst der Vergebung bedürfen! Sind wir uns bewußt, wie oft wir unsere Mitmenschen durch böse Blicke oder Nichtbeachtung abstrafen? Die wahre Vergebung muß sich im konkreten Handeln, in der Liebe erweisen! – Heinz Josef Ernst

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Es gibt nur eine Form der Ehe…

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…die zwischen Mann und Frau. Papst Benedikt bringt es knapp auf den Punkt der Wahrheit, während die kirchlichen Gemeinschaften der Reformation sich wegen dieses Themas spalten.
Da ist zunächst die anglikanische Gemeinschaft. John C. Broadhurst, ehemaliger Bischof der Londoner Diözese (Bezirk Fulham) und Präsident von „Forward in Faith“, einer internationalen anglo-katholischen Gemeinschaft, mittlerweile zum katholischen Priester geweiht, sieht für die anglikanische Gemeinschaft keine Zukunft. Sie verfalle zusehends, sei heute zerstrittener denn je, gerade auch bezüglich der Debatte um Frauenweihe und Homosexualität im Amt. Broadhurst rechnet mit mehreren Übertrittswellen zur katholischen Kirche.

Wie heißt es doch im Lesungstext des dritten Sonntags im Jahreskreis? „Ich ermahne euch Brüder, im Namen Jesu Christi, unseres Herrn: Seid alle einmütig, und duldet keine Spaltungen unter euch; seid ganz eines Sinnes und einer Meinung.“ Der heilige Paulus wußte, dass diese Einheit für die Glaubwürdigkeit der Gemeinde Jesu Christi unabdingbar ist, als er dies den Korinthern ins Gewissen schrieb (vgl. 1 Kor 1,10-13,17).

Aber diese Ermahnung ficht Teile der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) nicht an: Deren neues Pfarrdienstgesetz erlaubt grundsätzlich auch homosexuelle Partnerschaften in evangelischen Pfarrhäusern. Nach Meinung des aktuellen Ratsvorsitzenden der EKD, Nikolaus Schneider, hat Gott angeblich nicht nur die natürliche Ordnung von Mann und Frau geschaffen, sondern daneben auch Menschen mit homosexueller Veranlagung. Dies steht im Widerspruch zum Schöpfungsbericht der Bibel: „Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, nach dem Bilde Gottes schuf er ihn, als Mann und als Frau, schuf er sie…und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut…“ (vgl. Genesis 1,26-31). Gottes Schöpfung ist also sehr gut, einfach genial. Zudem sagt auch der gesunde Menschenverstand, dass homosexuelle Praktiken widernatürlich sind und daher nicht von Gott gewollt sein können. – Der frühere Ratspräsident Manfred Kock behauptet, Homosex sei nicht bibelwidrig und sprach sich für eine Zulassung von Homopartnerschaften im Pfarrhaus aus, entgegen der klaren biblisch fundierten Position von acht evangelischen Alt-Bischöfen. Auch das Kirchenparlament (Synode) in Bayern, hat keine grundsätzlichen Bedenken, wenn homosexuelle Pfarrer im Pfarrhaus mit ihrem Partner zusammenleben wollen. Nur 5 von 108 Synodalen waren dagegen. Massiv dagegen protestierte die Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern (KSBB) durch Professor Reinhard Slenczka, Erlangen, der die Abberufung des Landesbischofs Friedrich fordert. Siehe dazu den Vorabdruck aus Bekenntnis und Sammlung III/2010.

Was erwartet die EKD noch von der Ökumene mit der katholischen Kirche und den orthodoxen Gemeinschaften? Was nützt das Gebet um die Einheit, wenn die Heilige Schrift eigenmächtig ausgelegt und dem Zeitgeist angepaßt wird? Damit stellt sich die EKD auch gegen das höchste Lehramt der einen Kirche Jesu Christi, das der Nachfolger des Heiligen Petrus in Rom innehat, ein Amt, das er sich nicht selbst gegeben hat, sondern ein Amt, das von der Führung des Heiligen Geistes abhängig ist.

Zum Thema Homosexualität sagt der Papst im Interview mit dem Journalisten Peter Seewald*: „Wenn jemand tiefsitzende homosexuelle Neigungen hat – man weiß bislang nicht, ob sie wirklich angeboren sind oder in frühkindlicher Zeit entstehen -, wenn sie jedenfalls in ihm Macht haben, dann ist es für ihn eine große Prüfung, so wie einen Menschen auch andere Prüfungen belasten können. Aber das bedeutet nicht, dass Homosexualität dadurch moralisch richtig wird, sondern sie bleibt etwas, das gegen das Wesen dessen steht, was Gott ursprünglich gewollt hat.“ – Heinz Josef Ernst

*”Licht der Welt – der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit”, Herder-Verlag

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„Abraham ist ja unser Vater!“

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Reicht es für eine Anstellung im Betrieb aus, wenn der Bewerber sich auf seine Herkunft, auf sein gutes Elternhaus beruft?

Reicht es (vor Gott) aus, wenn sich Angehörige der drei sogenannten monotheistischen Weltreligionen (Judentum, Christentum, Islam) auf den „Vater allen Glaubenden“, auf Abraham berufen? Genügt es, an einen Gott, an den Gott Abrahams zu glauben?

Bei der ersten Frage sind wir schnell geneigt zu sagen, dass es auf entsprechende Leistungsnachweise ankommt.

Auf die zweite Frage könnten1 wir sogleich mit dem Schreiber des Jakobus-Briefes antworten: „Der Glaube ohne Werke ist tot“ (Jakobus 2,17); dies entspräche auch der Bußpredigt Johannes des Täufers (vgl. Matthäus-Evangelium 3.1-12): „…als Johannes sah, dass viele Pharisäer und Sadduzäer zur Taufe kamen, sagte er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt? Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt, und meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen. Schon jetzt ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen…“.

Auch in einer Diskussion mit Jesus beziehen sich Juden auf Abraham als ihren Vater und Jesus antwortet ihnen: „…wenn ihr Kinder Abrahams wäret, würdet ihr die Werke Abrahams tun. Nun aber sucht ihr mich zu töten, der ich euch die Wahrheit verkündet habe, die ich von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan. Ihr tut die Werke eures Vaters.“ Sie sagten zu ihm: „Wir sind nicht aus der Hurerei geboren, wir haben nur einen Vater, Gott!“ Jesus antwortete: „Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen…ihr habt den Teufel zum Vater, und wollt die Gelüste eures Vaters tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und hatte in der Wahrheit keinen Stand…weil er ein Lügner ist und der Vater der Lüge…“ (vgl. Johannes 8,39-44).

Oder denken wir an die Gewaltausübung radikaler Muslime. Kann deren Vater Abraham2 sein? Sie töten Muslime anderer islamischer Glaubenrichtungen, sie töten auch die Nachfolger Jesu, die Christen und verfolgen damit auch Jesus selbst (vgl. Apostelgeschichte 9,5-6)

In der Herrenhuter Losung von heute heißt es: „Einen jeglichen dünkt sein Weg recht; aber der Herr prüft die Herzen. (Sprüche 21,2)

Das Heil kann also nicht subjektiv entschieden werden. Auch ist kein Mensch Richter über andere. Es bedarf der Wahrheit, die objektiv ist und von „oben“ kommt. Jesus Christus ist die Wahrheit und der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und Toten. – H.J. Ernst

1Hierzu besteht ein gewisser Diskussionsbedarf, wenn wir an „Sola fide“ (allein der Glaube) und „Sola gratia“ (allein die Gnade) des Reformators Martin Luther denken. Er legte dabei besonders den Römerbrief des Apostels Paulus zugrunde (siehe Römer 5, die ‚Rechtfertigung auf Grund des Glaubens‘).

2Die islamische Version Abrahams weicht von der jüdisch-christlichen erheblich ab.

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Der Tod ist die Tür zum wahren Leben

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Das weltweite katholische Hilfswerk “Kirche in Not” gibt unter dem Titel “Leben vom Tod her – über die letzten Dinge” ein Interview mit dem Theologen und Philosophen Dr. mult. Peter Egger auf Audio-CD oder Video-DVD heraus.

Im Gespräch mit Berthold Pelster gibt der bekannte Buchautor darin Hinweise zum christlichen Umgang mit dem Tod und regt philosophische Gedankenanstöße für eine zunehmend materialistische Gesellschaft an.

Egger stellt zum Beispiel fest, dass das Leben zu einer “beinahe panischen Situation” werde, falls mit dem Tod alles zu Ende sei. Denn schließlich müsse man in diesem Fall alles in dieses eine Leben “hineinpacken”. Dadurch verliere der Mensch jede Gelassenheit und Ruhe, da er keine wirkliche Perspektive habe, erklärt Egger. Wer allerdings an ein Leben nach dem Tod glaube, werde das irdische Leben als Vorbereitung auf das ewige Leben begreifen und dementsprechend anders gestalten.

Als Anhaltspunkte für ein Leben nach dem Tod nennt Egger die Fähigkeit des Menschen, die Materie zu überwinden. “Der menschliche Geist ist Raum und Zeit überlegen”, betont Egger, “er kann sich hineindenken in die Ewigkeit und begibt sich damit in einen nicht-materiellen Raum hinein.”

Auch die Fähigkeit zu abstrakten Gedanken weise darauf hin, dass der Mensch mehr sei als nur reine Materie.

Den vor allem in fernöstlichen Religionen und der Esoterik verwurzelten Glauben an die Wiedergeburt lehnt Egger ab. Allein schon die tägliche Erfahrung widerspreche diesem Glauben, der von einer Weiterentwicklung jedes Menschen durch mehrere irdische Leben ausgeht. “Man hat eigentlich ständig den Eindruck, dass man es mit Lebens-Anfängern zu tun hat”, sagt Egger in dem Interview, “man trifft keinen, der schon mehrere Leben Erfahrung vorweisen könnte.” Philosophisch gesehen zwinge den Menschen außerdem nur ein einmaliges Leben, “auf das Eigentliche zuzusteuern”.

Aus christlicher Sicht gebe die Bibel an vielen Stellen Hinweise auf das Leben nach dem Tod. Als Beispiel führt Egger Worte von Jesus Christus an. Ein Satz wie “im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen” (Joh 14,12) und die Ankündigung Jesu, in diesem Haus für seine Jünger einen Platz vorzubereiten, mache nur dann Sinn, wenn es ein Leben nach dem Tod gebe.

Schließlich geht Egger in dem Gespräch auf die Lehre der katholischen Kirche in Bezug auf den Tod ein. Einerseits stelle diese Lehre fest, dass der Tod das endgültige Ende eines einmaligen Lebens und der irdischen Existenz sei. Er sei das Ende einer “Bewährungszeit” des Menschen, das bedeute, die Entscheidung des Menschen für oder gegen Gott, die bis zum Tod gefällt werde, sei endgültig und könne nach dem Ableben nicht mehr geändert werden. Andererseits sage die Lehre der Kirche auch, dass der Tod nur ein Übergang zu einem anderen Leben sei.

Die Verbindung zwischen Seele und Leib werde im Tod aufgelöst und die Seele von ihrer körperlichen Beschränktheit befreit. Sie habe damit zum ersten Mal die Möglichkeit, Gott zu sehen. Diese Gegenüberstellung führe zur Erkenntnis der Größe Gottes und zum persönlichen Gericht für jede Seele. Denn in der Erkenntnis Gottes und dessen Heiligkeit erkenne sich der Mensch selbst.

Das Interview “Leben vom Tod her – über die letzten Dinge” mit Dr. mult. Peter Egger kann wahlweise auf Audio-CD oder DVD unentgeltlich bei “Kirche in Not” bestellt werden. Im Internet unter: www.kirche-in-not.de/shop oder bei: Kirche in Not, Lorenzonistr. 62, 81545 München.

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Wer die Bibel nicht kennt, kennt Jesus Christus nicht

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Wer die Bibel nicht kennt, kennt Jesus Christus nicht. An diese Worte des heiligen Hieronymus hat Papst Benedikt XVI. bei einem kleinen Empfang für seine Mitarbeiter in der päpstlichen Sommerresidenz Castelgandolfo am Mittwochabend erinnert. Er rief die Gläubigen bei der Gelegenheit zu einer regelmäßigen Bibellektüre auf.

„Alle Christen sind dazu aufgerufen, jeden Tag das Wort der Wahrheit freudig aufzunehmen, das der Herr uns mitgegeben hat. Es ist fundamental, dass jeder Christ im Kontakt und im persönlichen Zwiegespräch mit dem Wort Gottes lebt. Die Heilige Schrift soll nicht als Wort der Vergangenheit gelesen werden, sondern als lebendiges Wort, das sich an uns heute richtet und uns anspricht.“ (rv)

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Tue Buße – einen Tag vor deinem Tod

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Beim Evangelisten Matthäus finden wir im Kapitel 22 das Gleichnis Jesu vom Hochzeitsmahl: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Der König wiederholte die Einladung, die aber wieder nicht beachtet wurde. Man brachte stattdessen die Diener des Königs, die die Einladung überbrachten, um.

Der König wurde zornig, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert, eingeladen zu werden. Geht also hinaus auf die Strasse und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein.

Die Diener gingen hinaus und taten, wie ihnen geheißen. Der Festssal füllte sich mit Gästen, gute wie böse.

Der König trat ein und bemerkte einen Mann, der kein Hochzeitsgewand trug und stellte diesen zur Rede: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Der so Gefragte wußte darauf keine Antwort. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen. Denn viele sind berufen, aber nur wenige auserwählt.”

[Kommentar der Jerusalemer Bibel: Der König ist Gott; das Hochzeitsmahl ist die Seligkeit der messianischen Zeit; der Sohn des Königs ist der Messias (=Jesus Christus); die Diener sind die Propheten und Apostel; die Eingeladenen sind die Juden, die die Einladung nicht beachten oder die Diener mißhandeln und töten; die von der Straße weg Herbeigerufenen sind die Sünder und Heiden; die Verbrennung der Stadt ist die Zerstörung Jerusalems. Dann wechselt die Szene und wir befinden uns beim Jüngsten Gericht („…der König trat ein…“)] Wir erschrecken: Wieso ist der König so hart zu dem, der ohne Hochzeitsgewand kam? Wenn der König schon jedermann zum Mahl holen läßt, muß er dann nicht jeden auch so nehmen, wie er ist?

Nun, die Situation entschärft sich, wenn wir berücksichtigen, dass zwischen der Einladung zum Mahl und dem Erscheinen des Königs eine (allerdings unbestimmte) Zeitspanne liegt. Zu bedenken ist auch, dass die Annahme der Einladung eine persönliche Entscheidung erfordert: Für oder gegen den König. Es genügt nicht, getauft und Mitglied einer Kirche zu sein. Der König erwartet eine uneingeschränkte Entscheidung. Jesus sagt, worauf es ankommt: „Nur wer den Willen meines Vaters erfüllt, kann in das Himmelreich eingehen – und – ihr könnt nicht zwei Herren dienen“. Der zweite „Herr“ kann mein egozentrisches Verhalten sein oder das Streben nach immer mehr Besitz (materiell oder immateriell), die Mißachtung des Hauptgebots der Gottes- und Nächstenliebe.

Mit „Hochzeitsgewand“ ist also die Erfüllung der Gebote des Königs gemeint. In diesem Sinne heißt es im Buch der Prediger (Kohelet): „Trage jederzeit weisse Kleider, und auf deinem Haupte fehle nicht das Öl“ (Kapitel 9,8). Dazu wird von Rabbi Joachanan (gestorben 80 n.Chr.) folgendes Gleichnis erzählt:

„Dies ist gleich einem König, der seine Knechte zu einem Mahl einlud. Er setzte ihnen aber keine Zeit fest. Es waren Kluge unter ihnen, die sich schmückten und sich an das Tor des Königspalastes setzten. Sie sagten: Es mangelt an nichts im Königspalast (d.h., weil viele Vorräte da sind, kann das Fest jederzeit beginnen). Da waren aber auch Toren unter ihnen, die gingen an die Arbeit und sagten: Es gibt kein Mahl ohne Vorbereitung. Plötzlich bat der König seine Knechte zu sich. Die Klugen unter ihnen traten vor ihn, geschmückt wie sie waren. Die Toren aber traten vor ihn, beschmutzt wie sie waren. Da freute sich der König über die Klugen, aber er war zornig über die Toren und sprach: Diejenigen, die sich für das Mahl geschmückt haben, sollen sitzen und essen und trinken, diejenigen aber, die sich nicht für das Mahl geschmückt haben, sollen stehenbleiben und zusehen (Übersetzung nach Reinhold Mayer, Der Talmud. Reihe: Goldmann Klassiker mit Erläuterungen, München 1980)

Oder von Rabbi Elieser (um 100 n.Chr.) wird erzählt:

„Es ist gelehrt worden: Tue Buße einen Tag vor deinem Tod. Da fragten die Schüler den Elieser: Rabbi, weiß denn der Mensch, wann er sterben wird, damit er Buße tue? Nein, aber um so mehr, antwortete er, soll der Mensch jeden Tag an seiner Besserung arbeiten, vielleicht daß er den folgenden Tag schon stirbt, auf welche Weise er alle Tage in Buße verlebt, wie es heißt, ‚Zu aller Zeit seien deine Kleider weiß‘.“ (Übersetzung nach A. Wünsche, Bibliotheca Rabbinica I, S. 123). Anmerkung: ‚Auf deinem Haupte fehle nicht das Öl‘: Gemeint ist die beständige Salbung im Heiligen Geist und die Wachsamkeit in bezug auf das Kommen des Königs. Siehe auch Gleichnis von den zehn Jungfrauen, Matthäus 25,1-13. - HJE

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