Wer hat recht – Jesus Christus oder Bert Brecht?

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„Beim Tod ist alles aus!“ Oder um es mit den Worten Bert Brechts zu sagen: „…und es kommt nichts – nachher!“ Brechts Meinung hat viele Anhänger. In Deutschland sind es gemäß einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) 65 % der Bevölkerung. Einer dieser Anhänger, der sich selbst als „Brecht-geschult“ bezeichnet, ist der bekannte Schauspieler Mario Adorf. Das Magazin „Mobil“ der Deutschen Bahn-AG, Nr. 8/2010 bringt das Bild des 80jährigen groß auf der Titelseite („Mario Adorf – Die Macht der Weisheit“) und veröffentlicht ein zweiseitiges Interview mit der Überschrift: „Ich bin kein Machtmensch“.

Aus dem Interview kann der reisserische Titel („Die Macht der Weisheit“) nicht abgeleitet werden und es bleibt unklar, worin diese Macht begründet sein soll. Ein nur auf das Diesseits ausgerichteter Mensch („Altern ist für mich eine Sache der kühlen Kontolle“), der sich seine eigene Philosophie zurechtlegt, kann keine Hoffnung und Zukunft vermitteln.

Frage: Warum sollte man einem Bert Brecht mehr Glauben schenken als Jesus Christus, dem Sohne Gottes, der von sich selbst sagt: Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Jesus hat Tote auferweckt und ist selbst nach drei Tagen vom Tod auferstanden. Jesus lebt (!) heute und in Ewigkeit. Er wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten. Alle menschliche Weisheit wird verblassen.  Ihm ist alle Macht gegeben – im Himmel und auf Erden. – HJE

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Wer ist Jesu Mutter und wer sind seine Brüder?

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Im Tagesevangelium von heute heißt es: Als Jesus noch mit den Leuten redete, sagte jemand zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir sprechen. Dem, der ihm das gesagt hatte, erwiderte er: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er streckte die Hand über seine Jünger aus und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter. (Matthäus 12,46-50)
Kommentar: Jesus geht bei seiner Antwort nicht auf die Frage nach der Blutsverwandtschaft ein. Er beantwortet nicht die Frage, ob die vor dem Haus stehenden „Brüder“ auch Söhne seiner Mutter oder nur Vettern (Cousins) sind. Ihm ist das nicht wichtig und er nimmt damit indirekt auch Meinungsverschiedenheiten zwischen biblischer Exegese und der Lehre der katholischen Kirche in Kauf. Aber Maria ist in mehrfacher Hinsicht Mutter: Sie hat in vorbildlicher Weise den Willen unseres himmlischen Vaters erfüllt indem sie Ja sagte zum Heilsplan, sie ist leibliche Mutter Jesu und geistliche Mutter für alle durch Glauben und Gehorsam geworden.

Kommentar und Fürbitte des Heiligen Pater Pio: Maria, die Mutter Jesu, wusste sehr wohl, dass durch den Tod ihres Sohnes die Erlösung vollbracht werden musste. Dennoch hat auch sie geweint und gelitten – und wie! Wenn der Herr sich euch offenbart, so dankt ihm; und wenn er sich verbirgt, so dankt ihm auch. Hier geht es ausschließlich um Liebe. Möge die Jungfrau Maria in ihrer Güte euch weiterhin vom Herrn die Kraft erwirken, dass ihr, ohne zu wanken, seine zahlreichen Liebesbeweise ertragt. Ich wünsche mir, ihr möchtet soweit kommen, dass ihr mit ihm am Kreuz sterbt und in ihm ruft: „Es ist alles vollbracht!“
Möge der Herr durch Maria alle Leiden deines Lebens in Freude verwandeln!

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“Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark”

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Bei diesem Wort des Apostels Paulus wird mir immer bewußt, dass vor Gott nicht die eigene Leistung zählt, sondern die Hingabe und das Vertrauen in seine Führung. Nehmen wir dazu die Stelle im 1. Korintherbrief: „Das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Das ist für uns eine andere Logik, es ist die Logik unseres Herrn. In einem Brief schreibt die „kleine“ Therese von Lisieux: „Je schwächer man ist, ohne Wünsche, ohne Tugenden, um so eher ist man geeignet für das Wirken dieser verzehrenden und umwandelnden Liebe. …Den wirklich Armen im Geiste (siehe Jesu Seligpreisung) soll man nicht unter den großen Seelen suchen, sondern in der Niedrigkeit, im Nichts…Ah! Bleiben wir also weit weg von allem, was glänzt, lieben wir unsere Kleinheit, lieben wir es, nichts zu fühlen, dann werden wir arm sein im Geist, und Jesus kommt, um uns zu holen, soweit wir auch entfernt sein mögen, und wandelt uns um zu Flammen der Liebe…“ (Brief 197). Hierzu zwei Beispiele.

Beispiel 1: Über Cecilia Eusepi aus Italien, die als 18-jähriges Mädchen zu Beginn des 20. Jahrhunderts an Tuberkulose starb: „Cecilia hat in ihrem Leben nichts Aufsehenerregendes getan, keine großen Werke hinterlassen. Und doch steht ihr Seligsprechungsprozess kurz vor dem Abschluss, zahlreiche Gebetserhörungen sind auf ihre Fürsprache geschehen. Sie selbst stellte mit Verwunderung einmal folgende Frage: „Was konnte Jesus nur an mir finden, dass er mich so liebevoll umsorgte? Die einzige Antwort ist wohl: Meine absolute Schwachheit.“ Quelle Beispiel 1: Feuer & Licht Nr. 179/Juli 2010.

Beispiel 2: „Bei Menschen, die eine geistige Behinderung haben, haben Kleinheit und Schwachheit einen besonderen Stellenwert. In der äußeren Gebrochenheit und Unzulänglichkeit dieser Menschen wird das Wirken der Gnade Gottes in der Seele deutlich sichtbar. Zwischen der Seele und Gott gibt es keine direkten Hindernisse, die Öffnung zum Transzendenten, Übernatürlichen ist unmittelbarer. Immer wieder kann ich beobachten, dass beim Gebet dieser Menschen eine direkte und authentische Hinwendung zu Gott spürbar ist. Ihr Angewiesensein im täglichen Leben, ihr unbedingtes Vertrauen in die Hilfe anderer ebnet ihnen den direkten Weg in die Arme Gottes. Sie haben eine große Fähigkeit des Empfangens. Ist das nicht die Haltung des Kindes, von der Therese unermüdlich spricht? (Anmerkung: Natürlich spricht zuerst Jesus selbst: ‘Wenn ihr nicht das Reich Gottes in der Haltung eines Kindes empfangt, kommt ihr nicht hinein’). Alles aus der Hand Gottes empfangen, ganz auf ihn angewiesen sein, das ist die wahre Größe des Gotteskindes.“ Quelle Beispiel 2: „Therese“, 2.2010

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Die größere Freude

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Bei uns herrscht Freude, Jubel und Ausgelassenheit – dies bewirkt “König Fußball” im Augenblick bei uns. Da kommt mir die Oration des heutigen Samstagabends in den Sinn: “Barmherziger Gott, durch die Erniedrigung deines Sohnes hast du die gefallene Menschheit wieder aufgerichtet und aus der Knechtschaft der Sünde befreit. Erfülle uns mit Freude über die Erlösung und führe uns zur ewigen Seligkeit.”  Entnommen aus: “Magnificat”, Juli 2010

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Die sieben Gewohnheiten einer glücklichen Ehe

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Von P. Johannes Lechner csj. Die Hochzeit von Kana führt uns in das Geheimnis des Ehesakraments. Wir kennen die Brautleute jener Hochzeit nicht mit Namen, dafür wird erwähnt, dass Maria dort war sowie Jesus und seine Jünger. Auf jener Hochzeit stellte sich eine peinliche und für ein Weinland untypische Situation ein, nämlich dass der Wein ausgeht.

Die Fürsprache Marias ist entscheidend für das Weinwunder, genauso wie die Schöpfarbeit der Diener, die Jesus ein blindes Vertrauen entgegenbringen, obwohl sie das eigentlich nicht müssten, da Jesus nicht ihr Vorgesetzter ist! Jesus redet davon, die sechs Wasserkrüge zu je 100 Litern mit Wasser zu füllen. Das Problem ist allerdings, dass es keinen Wein gibt.

Die Vernunft wendet ein: “Wein brauchen wir, nicht Wasser!” Doch die Diener tun es. Die Wasserkrüge konnten damals auch nur durch anstrengende Arbeit gefüllt werden. Mit einem Eimer von 15 Litern muss man 40 Mal zum Brunnen schöpfen gehen, um alle Krüge bis zum Rand zu füllen. Diese Diener waren garantiert durchgeschwitzt!

Wann hat sich die Wandlung genau vollzogen? Wir wissen es nicht. Aber das Ergebnis versetzt in Erstaunen: Der neue Wein ist besser, so dass uns von der verwunderten Reaktion des Speisemeisters berichtet wird.

Die Hochzeit von Kana bringt so die existentielle Situation des Menschen, ganz besonders auch in der Ehe, auf den Punkt: Wir befinden uns zwischen Mangel und Fülle, zwischen Zerbrechlichkeit und Herrlichkeit. Besonders im Hinblick auf die Liebe.

Das Evangelium betont die Wichtigkeit dieser Wasserkrüge. Der Herr lässt diese Wasserkrüge so wichtig werden, weil durch sie das Alltägliche ins Wunder eingeht. Das Weinwunder von Kana ist eine Wandlung, keine Schöpfung aus dem Nichts. Es brauchte das menschliche Mitwirken. … Ich möchte diese sieben guten Gewohnheiten hier anführen.

Dem anderen Freude bereiten. Ein glückliches Ehepaar wird füreinander zum Geschenk und zur Gabe, um dem anderen kleine und große Freuden zu bereiten und nicht Sorge oder Schmerz. Das klingt einfach, in der Praxis erweist sich dies aber als schwer. Ist das, was ich sage und tue, eine Freude für den anderen? Darin konkretisiert sich die “amor benevolentiae”, die “Liebe des Wohlwollens”. Die Aufmerksamkeit für den anderen ist ein Schlüssel zu seinem Herzen.

Ein junger Mann hat sich für seine Verlobte Folgendes einfallen lassen: Als sie für ein Monat am anderen Ende der Welt in Australien beim Weltjugendtag war, hat er es ausgetüftelt und organisiert, dass sie jeden Tag einen Brief und ein Geschenk erhielt: Von nützlichen Taschentüchern und Hustenzuckerln bis zu Badeschlapfen und hochgeistlicher Lektüre war alles dabei. Jeden Tag ein kleines Geschenk.

Hier kann man seiner Phantasie und Kreativität freien Lauf lassen. Wer diese Aufmerksamkeit bis zum Lebensende durchhält, wird ein volles Maß der Liebe erreichen.

Wohltuende Riten und Bräuche der Liebe und der Freundschaft pflegen. Bräuche, Riten und Gesten in der Liebe stärken die Beziehung, denn Gesten wecken Gefühle und besiegeln Absichten. Das beginnt bei der Art und Weise, wie man sich begrüßt. Wenn jemand abends nach Hause kommt, zuerst den Hund begrüßt, dann den Computer und den Fernseher einschaltet, und seine Frau mit einem “Was gibt’s heut zum Essen? Ich muss schnell machen, weil ich noch eine Versammlung habe” begrüßt, wird das wohl nicht zu vertiefter Freundschaft führen.

Ein Ehepaar hat ihr Begrüßungszeremoniell von seinem Hund abgeschaut, der sie immer mit solch offensichtlicher Freude begrüßt hat, dass er an ihnen hochsprang. So haben sie ebenso begonnen, sich “springend” zu begrüßen und so ihrer Freude Ausdruck zu verleihen – zum Entzücken ihrer Kinder.

Es gilt, eine Welt der Symbole zu kreieren, die immer neu von den sichtbaren Gesten zur inneren Liebe hinüberführt und diese zum Ausdruck bringt. Dazu gehören auch Riten wie Komplimente, jeden Tag miteinander zu telefonieren, die Geburts- und Jahrestage zu feiern…

Offen und ehrlich miteinander reden. Glückliche Eheleute schaffen einen sicheren Raum, wo sie so sein dürfen, wie sie wirklich sind; wo sie ohne Furcht ihre Gefühle, ihre Wünsche, ihre Erwartungen, ihre Probleme, ihre Frustrationen und alles, was sie im Herzen haben, aussprechen können. Was für eine Gnade, in seiner Schwachheit und Zerbrechlichkeit vom anderen angenommen zu werden!

Ein silbernes Hochzeitspaar hat mir einmal anvertraut, was das Schönste und das Schwerste in den 25 Jahren Ehe war. Das Schönste: dass ein jeder durch den anderen zu sich selbst gefunden hat und mehr er selbst geworden ist. Und das Schwerste: die Askese, all die Kenntnis der Schwachheit und Verwundbarkeit des anderen nicht zu gebrauchen, um ihn zu verletzen.

Das fasst Ehe sehr gut zusammen! Zur Gewohnheit des guten Wortes gehören auch die Versprechen, die man macht und hält und die so das Vertrauen stärken. Gehaltene Versprechen vermitteln das Gefühl: “Ich kann auf dein Wort zählen. Ich kann mich auf dich verlassen.”

Bei schwierigen Angelegenheiten geschickt und schlau in der Kommunikation sein. Gerade in den heiklen Fällen finden glückliche Ehepartner geschickte Wege, wie sie im (Streit-) Gespräch alles sagen können und ganz angehört werden, um die Dinge dann gemeinsam zu lösen. Bei ganz “heißen” Themen kann man symbolisch einen Gegenstand in die Hand nehmen, was dann bedeutet: “Jetzt redet der eine, und der andere hört zu.” Nach einer festgelegten Zeit tauscht man dann.

Ich weiß von einem Ehepaar, das auf ihren Nachtkästchen Kerzen aufgestellt hat, und wenn es etwas gibt, was man nur schwer ansprechen kann, dann zünden sie die Kerze des anderen an. So weiß dieser vor dem Schlafengehen, es gibt etwas zwischen ihnen, und bittet seinerseits um das Gespräch, was wiederum das Aussprechen der heiklen Dinge erleichtert.

Gewaltfreie Kommunikation ist ein echter, geistlicher Bekehrungsweg.

Sich ständig dem anderen zuwenden. Um ein zeitgenössisches Bild zu gebrauchen, könnte man sagen: füreinander immer online sein und sich nicht voneinander abwenden. Glückliche Eheleute finden immer neue Mittel, um emotional miteinander verbunden zu bleiben. “Get connected”! Dies schafft wahre Intimität.

Blicke, Gesten und Taten zeigen, dass der andere wahr-genommen wird. Es dreht sich um die Qualität der Anwesenheit: “Du bist unter allen sichtbaren Dingen die Priorität Nummer eins!” Daraus folgt wie von selbst der Wunsch, Dinge miteinander zu unternehmen, die beiden Freude bereiten: miteinander kochen und essen, Kaffeetrinken, das Gläschen Wein am Abend, gemeinsame Spaziergänge, Musik hören, philosophieren, die Heilige Schrift lesen…

So bleibt man einander zugewandt. Eine gute Tat führt zur nächsten. Eine Unterlassung zieht aber auch eine andere nach sich. Hingegen Freiheit, die sich in solch achtsamer Zuwendung an den anderen bindet, verbindet zu einem Bund, und darin besteht wesentlich die eheliche Liebe.

Das gemeinsame Leben von einer gemeinsamen Vision inspirieren lassen. Glückliche Eheleute bereichern ihre Beziehung indem sie gemeinsame Pläne schmieden, grandiose Projekte miteinander teilen und sich immer neu auf dieselben Ziele ausrichten.

Auf der Dreifaltigkeitsikone Andrej Rublevs sieht man die drei einander liebend zugewandt, wie im beratenden Gespräch. Das Tischgespräch der Heiligen Dreifaltigkeit ist die Rettung der Welt. Auch das Tischgespräch von christlichen Eheleuten sollte von der Rettung der Welt handeln, mit den nachfolgenden konkreten Taten. In diesem Sinn kann man die Werke der Barmherzigkeit pflegen, Kranke besuchen, einer trauernden Familie beistehen oder für eine Mutter nach der Geburt des ersten Kindes kochen…

Wenn Eheleute starke Erfahrungen miteinander teilen, besonders im Dienst des Reiches Gottes, wird auch ihre innere Verbindung stark. Mit Titus kann man das so zusammenfassen: “Denn die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten… Wir warten auf die selige Erfüllung unserer Hoffnung: auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Christus Jesus. Er hat sich für uns hingegeben, um uns von aller Schuld zu erlösen und sich ein reines Volk zu schaffen, das ihm als sein besonderes Eigentum gehört und voll Eifer danach strebt, das Gute zu tun” (Tit 2,11-14).

Die Sonntags- und Festkultur ist daher ein wichtiger Freiraum, um die großen Visionen immer neu konkret zu machen. Mit Maria möchte ich sagen: “Was er euch sagt, das tut” (Joh 2,5)!

Das gemeinsame Gebet durchhalten. Beten verbindet mit Gott und untereinander. Im Gebet öffnet man sich für den immer größeren Gott und macht so auch die Erfahrung, dass die Beziehung zueinander nicht alles ist: Glückliche Eheleute wissen sich von einer Transzendenz umgeben, und das macht die Begrenztheit dieser Welt und auch ihrer Beziehung erträglich. Die Erfahrung der Grenzen in der Liebe kann dann sogar ein Sprungbrett werden, um jene Liebe zu entdecken, die unbegrenzt ist, die immer gibt, die immer verzeiht, die alles erträgt, die ewig ist.

Das Buch Tobit zeigt uns, dass Tobit und Sara miteinander beten, bevor sie einander leiblich schenken (Tob 8,1-9). Es ist ein wunderschönes Gebet der Dankbarkeit füreinander, für Gottes geniale Idee, Mann und Frau erschaffen zu haben.

Die Intimität mit Gott führt auch zu einer ganz neuen Intimität mit dem Herzen des anderen, die sich wiederum in der sexuellen Hingabe ausdrückt. Das ist die wahre Verbindung von Spiritualität und Sexualität in der Ehe. Gott ist nicht Rivale, sondern Quelle der Freude und auch der Grund der Fruchtbarkeit. Ein Ehepaar, das miteinander betet, bleibt vereint und empfängt von Gott alle benötigten Gnaden.

Diese praktische Weisheit der sieben guten Gewohnheiten scheint gering zu sein, so wenig und gleichzeitig so kostbar wie Wasser. Wer sich diese, für alle in Reichweite liegenden Ratschläge zur Gewohnheit macht, wird sehen, wie die “Ehekrüge” fortwährend bis zum Rand gefüllt bleiben. Und Jesus wird das Wasser in den köstlichen Wein seiner Gnade, seiner Liebe, seines Lebens in Fülle verwandeln.

“Ehekriege” hingegen werden einem erspart bleiben. Manchmal wird man beim Praktizieren der Gewohnheiten ins Schwitzen kommen wie die Diener der Hochzeit von Kana, die immer wieder zum Brunnen laufen und schöpfen mussten. Doch der Geschmack des neuen Weines, den Jesus schenkt, entschädigt für diese Mühe und schenkt inmitten der Mühe tiefes Glück. So möchte ich allen zurufen: “Füllt ihr die Krüge; der Herr wird euch mit Gnade erfüllen!” Quelle: „Europa für Christus“ mit leichter Kürzung.

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Multireligiös beten?

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Können unterschiedliche Religionen gemeinsam beten? Ja, und sie sollen sogar, denn gemeinsames Beten macht gemeinsames Reden möglich. Darauf hat der Sekretär des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, Chidi Denis Isizoh, auf dem Kirchentag in München verwiesen. Der Nigerianer hielt am Donnerstagabend einen Vortrag zum Thema „Multireligiöses Gebet – theologische und pastorale Chancen“. Die RadioVatikan-Korrespondentin Antje Dechert hat danach mit ihm gesprochen:

 „Gebet ist die Affirmation des Glaubens – wenn also Gläubige unterschiedlicher Religionen zusammenkommen, ist die Frage: Zu welchem Gott beten wir? Und für was beten wir? Das zweite Problem: Religiöse Sprachen und religiöse Symbole sind unterschiedlich, haben unterschiedliche Bedeutungen. Papst Johannes Paul II. hat uns in Assisi gezeigt, wie es gehen kann: Menschen verschiedener Religionen kommen zusammen und beten gemeinsam, zwar in jeweils eigener Form und zum jeweils eigenen Gott, aber gemeinsam. Interreligiöser Dialog ist ohne ein gemeinsames Gebet nicht möglich.“ (Radio Vatikan, 14.05.2010)

Kommentar: Entscheidend ist hier die Frage, zu welchem Gott wir beten. Ist es der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus? Oder ist es der Gott Muhammeds? Es wird immer wieder gesagt: Christen, Juden und Muslime glauben doch an den einen Gott. – Bei einer Dialog-Bibelarbeit auf dem Ökumenischen Kirchentag in München erklärten ein Bischof der Evangelischen Kirche aus Kassel, Prof. Martin Hein und die Islamwissenschaftlerin Ayse Basol-Gürdal aus Frankfurt am Main, Christen und Muslime beteten zum selben Gott – aber auf unterschiedliche Weise.

Zur Harmonisierung der gravierenden Unterschiede im Gottesverständnis werden gern die biblischen Stammväter bemüht. Unlängst berief sich die neue niedersächsische Sozialministerin Özkan bei ihrem Amtseid auf Abraham, Isaak und Jakob. Die obengenannte Islamwissenschaftlerin bezeichnete Noah als “gemeinsamen Stammvater” aller Menschen.

Dabei ist nach Pfarrer Eberhard Tröger, einem führenden evangelischen Islamexperten, zu beachten, dass es zwischen Bibel und Koran wesentliche Unterschiede in der Schilderung des Lebens und der Bedeutung der genannten Personen gibt. Im Koran sind die Ahnen Israels – und vor allem auch noch Ismael – zu prophetischen Verkündigern Gottes (Allahs) im Sinne Muhammeds umgedeutet worden. Sie haben nichts anderes verkündigt, als Muhammed selbst. Wegen dieser “Islamisierung” eignen sie sich nicht als Kronzeugen für ein gemeinsames Gottesverständnis von Juden, Christen und Muslimen. An der Umdeutung durch den Koran wird vielmehr gerade der Unterschied im Gottesglauben von Juden und Christen einerseits und den Muslimen andererseits deutlich. Bei genauem Hinsehen wird klar, dass das biblische und das koranische Verständnis von Gott nicht harmonisierbar sind.

Troeger fragt: Kann sich der eine Gott sowohl durch das biblische als auch durch koranische Zeugnis bekanntgemacht haben? Die Texte von Bibel und Koran schließen das aus. Nach dem Neuen Testament ist Jesus Christus das “abschließende Wort Gottes”. Deshalb können Christen den Koran nicht als Wort des einen Gottes anerkennen. Umgekehrt versteht sich der Koran als das letzte Wort Gottes (Allahs), das die biblischen Aussagen korrigiert und überbietet. Deshalb erkennen Muslime nur einen Bruchteil der  biblischen Aussagen an (“die Juden haben das Alte Testament, und die Christen das Neue Testament gefälscht”). Die Frage nach der letzten Wahrheit kann nicht durch oberflächliche Harmonisierungen  beantwortet werden! Wenn Bibel und Koran ernst genommen werden, kann der Gott Israels und Vater von Jesus Christus nicht der Allah Muhammeds und des Koran sein.

Meine Ergänzung: Muhammed soll die Koran-Offenbarungen vom Erzengel Gabriel erhalten haben. Ist es der gleiche Engel, der zur Jungfrau Maria kam und den Sohn Gottes ankündigte? Wer war dieser “Engel”, der dem Muhammed sagte, dass Gott keinen Sohn habe und dass Jesus nicht am Kreuz gestorben sei? Kann sich der eine Gott so diametral widersprechen? – Heinz Josef Ernst

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Gebetsaufruf für Christen in der Türkei und Eritrea

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Türkei. Wie ideaSpektrum in der Ausgabe vom 5. Mai 2010 berichtet, sieht sich der Pastor der evangelischen Agape-Gemeinde in der türkischen Großstadt Samsun am Schwarzen Meer, Orhan Picaklar, Todesdrohungen ausgesetzt. Der Rat der Evangelischen Kirchen in der Türkei habe ihn telefonisch informiert, dass Terroristen offenbar seine Ermordung planten. - Seit der Ermordung von drei türkischen Christen in Malatya (April 2007) steht Picaklar unter Polizeischutz.

In einem Gebetsaufruf an die Europäische Baptistische Föderation (Prag) erinnert er daran, dass in der Vergangenheit ein Mordanschlag auf ihn gescheitert war. Er war einst Muslim. Durch die Lektüre des Johannes-Evangeliums wurde er Christ. Dies wurde ihm zugeschickt, nachdem er auf eine entsprechende Zeitungsanzeige reagiert hatte.

Eritrea: Wie die CSI berichtet, verlangt das Regime offiziell, dass sämtlicher ausländische Beistand für Religionsgemeinschaften eingestellt werden müsse. Die Regierung will alles, was mit Religion zu tun hat, scharf kontrollieren. Dabei wird gegen Christen aus Freikirchen vorgegangen. Hana Asgedom, einer von über 2000 inhaftierten Christen, starb aufgrund seiner in der Haft erlittenen Misshandlungen.

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Papst Benedikt als Fatima-Pilger und Missionar

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Nicht die Kirche hat Fatima eingesetzt, Fatima selbst hat zur Kirche gefunden. Das hat Papst Benedikt XVI. gleich zu Beginn seiner Portugal-Reise auf dem Flughafen von Lissabon unterstrichen. In seiner Ansprache betonte er, dass er seinen Besuch vor allem als Fatima-Pilger angetreten habe.

„Die Jungfrau ist vom Himmel herab gekommen, um uns an die Wahrheit des Evangeliums zu erinnern, das für Humanität steht. Denn ohne die Liebe und die Hoffnung auf Rettung würde jede Quelle der Hoffnung versiegen. Diese Hoffnung ist nicht zuerst horizontaler, sondern ganz entschieden vertikaler und transzendentaler Natur. Die Beziehung zu Gott ist bestimmend für den Menschen, der von Gott geschaffen und auf ihn hingeordnet ist. Mit seinem Verstand sucht er die Wahrheit, in seinem Wollen strebt er nach dem Guten und von der ästhetischen Dimension des Schönen ist er angezogen. Je nach dem, wie sehr wir uns der Fülle des Lebens und der Weisheit öffnen, die Jesus Christus für uns ist, erweist sich unser Bewusstsein demnach als christlich.“

Die Trennung von Staat und Kirche vor 100 Jahren, hätte für die Kirche in Portugal nicht nur eine große Herausforderung bedeutet, sondern ihr auch neue Spielräume eröffnet.

 „In einem pluralen System mit verschiedenen Wertvorstellungen und ethischen Ausrichtungen zu leben, bedeutet eine Reise zum Innersten der eigenen Identität und dem Kern des Christentums. So erstarkt wieder die Bedeutung des Glaubenszeugnisses und der Ruf der Mission, bis hin zur radikalsten Form im Martyrium.“ – Quelle: Radio Vatikan

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